Mittwoch, 22. August 2012

Live Aufnahmen der Schola St. Michael - 12. Sonntag nach Pfingsten

Dominica XII post Pentecosten

Aus der Messe vom 19. August 2012, 17:00 h in St. Michael Nieder-Ramstadt

Introitus: Deus in adiutorium


Graduale: Benedicam Dominum


Alleluia: Domine Deus salutis meae


Evangelium gesungen von Zelebrant Hw. Pfr. Hendrick Jolie: Hier


Predigt von Hw. Pfr. Eugen Thumann aus Schwandorf / Diözese Regensburg: Hier


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Freitag, 17. August 2012

12. Sonntag nach Pfingsten - Introitus: Deus In Adjutorium

Dominica XII post Pentecosten

Introitus

Gott, merk auf meine Hilfe; Herr, eile mir zu helfen. Zu-
schanden und beschämt werden sollen meine Feinde, die
nach dem Leben mir trachten. Zurückweichen und erröten,
die mir Böses wünschen.


Zum Anhören des Choral bei St. Rene Goupil bitte HIER klicken.



AdV: Analyse aus Zeitmangel diesmal nicht möglich
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12. Sonntag nach Pfingsten - Graduale: Benedicam Dominum

Dominica XII post Pentecosten

Graduale

Allzeit will ich den Herrn lobpreisen;
stets sei in meinem Munde Sein Lob.
Vers: Im Herrn will ich mich rühmen;
die Demütigen mögen es hören und sich freuen.





Zum Anhören des Choral bei St. Rene Goupil bitte HIER klicken.

AdV: Analyse aus Zeitmangel diesmal nicht möglich
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12. Sonntag nach Pfingsten - Alleluja: Domine Deus salutis

Dominica XII post Pentecosten

Alleluja

Alleluja, alleluja.
Herr, Gott, mein Heil,
bei Tag und Nacht ruf ich zu Dir.
Alleluja.




Zum Anhören des Choral bei St. Rene Goupil bitte HIER klicken.

AdV: Analyse aus zeitmangel diesmal nicht möglich
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Donnerstag, 21. Juni 2012

Live Aufnahmen der Schola St. Michael - 3. Sonntag nach Pfingsten

Dominica III post Pentecosten


Aus der Messe vom 17.06.2012, 17:00 h in St. Michael Nieder-Ramstadt.

1) Introitus: Respice in me (Beschreibung: hier)
 
2) Graduale: Jacta cogitatum tuum (Beschreibung: hier)
 
3) Alleluja Deus judex und das Evangelium, gesungen von HW Jolie. (Beschreibung: hier)


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Donnerstag, 14. Juni 2012

3. Sonntag nach Pfingsten - Alleluja: Deus judex


Dominica III post Pentecosten

Alleluja (Ps. 7, 12)
Alleluja, Alleluja.
Ein gerechter Richter ist Gott,
stark und voll Langmut.
Wird Er denn zürnen Tag für Tag?
Alleluja.

Zum Anhören bei St. Rene Goupil bitte HIER klicken.


Das Alleluja zeigt eine klare und kunstvolle kompositorische Handschrift mit Elementen, die aufeinander aufbauen und sich ergänzen.
Nach dem sehr eingängigen Auftakt schließt sich der in 4 Atemabschnitte gegliederte Jubilus an, die ich jedoch gesondert betrachten möchte.
Der erste Teil beginnt mit einer Figur , die im Vers an 2 Stellen zitiert wird und in sich zweigeteilt ist (rot markiert)

Daran schliessen sich 3 Melodiepassagen an (blau markiert), die durch ihre Gestaltung zusammengehörig erscheinen und deren zweite Figur in der Mitte den Melodiehöhepunkt in diesem Choral hören lässt.

Interessant ist die dritte Figur am Ende des Jubilus. Ich habe diese entsprechend der im graduale Triples darunterliegenden St. Gallener Neumen verändert. Zum Vergleich hier die originale Quadratnotation 

und meine der Neume entsprechende, aber eigenmächtige Anpassung. 

Damit man die Anpassung versteht habe ich die dazugehörige Neume daruntergemalt: Eine Virga mit vier folgenden Punkten. In der Quadratnotation erscheinen im Jubilus aber nur 3 Noten und nicht wie man erwarten kann fünf. Im Vers wiederum bei “et patiens” korrelieren Quadratnotation und Neume. Deswegen hab ich die Quadratnotation dort auch in den Jubilus übertragen.

Daraus wiederum erschließt sich für mich ein einheitliches Bild des Choralaufbaus.
Der erste rot eingekastelte Teil des Jubilus wird zunächst im Vers auf das Wort “justus” (gerecht) zitiert. 


Im darauffolgenden “fortis et patiens” (stark und geduldig) erscheint eine melodische Symbiose zusammengesetzt aus dem dritten Auftreten der rot eingekastelte Figur und dem Zitat entsprechend dem letzten Teil des Jubilus.
Die Stelle “et patiens” habe ich dementsprechend mit einem roten und blauen Strich versehen. Vielleicht wollte der Komponist vor allem diese Eigenschaft Gottes dadurch hervorheben.


Dass die 3 blau markierten Teile des Jubilus tatsächlich thematisch zusammengehören und als Einheit zu sehen sind, zeigt sich am Ende des Verses wo diese in der Tradition vieler Alleluja-Gesänge auf der letzten Silbe nochmal erklingen. 


Hier eindeutig nicht vorhanden ist der rot markierte Teil zu Beginn des Jubilus. Das ist zumindest  ungewöhnlich und macht meine Deutung des inhaltlichen Aufbaus durchaus wahrscheinlich.


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3. Sonntag nach Pfingsten - Graduale: Jacta cogitatum tuum


Dominica III post Pentecosten

Graduale (Ps. 54, 23 17 u. 19)
Wirf deine Sorgen auf den Herrn;
Er wird dich nähren.
Vers:
Ich schrie zum Herrn, und Er erhörte meinen Ruf
und schützte mich vor denen, die mir feindlich nahen.



Zum Anhören bei St. Rene Goupil bitte HIER klicken.

Im Graduale wird das Thema des Introitus aufgegriffen und weitergeführt.
Offiziell steht es im 7. Ton, verlässt den Tonraum aber zweitweise recht deutlich.
Durch viele Intervallsprünge ist dieser Choral zudem sehr anspruchsvoll für die Sänger.
Der bewegte Anfang mit vielen Terzsprüngen führt die Melodie zunächst zum Tenorton am Ende von cogitatum tuum (deine Sorgen), bevor das in Domino (auf den Herrn) als eine angenehmer melodischer Ruhepunkt wirkt.
Auf et ipse te (und er wird dich) folgt das längste Melisma vor dem Vers das unterhalb des Grundtons endet.
Enutriet (Er wird ernähren) wirkt melodisch sehr zerissen. Bei den Proben habe ich hier besondere Sorgfalt auf das Vorbereiten und sorgfältige Ansteuern und Sprechen der Silbe “nu” gelegt (rot eingekreist). Die Sprache erweist sich oft als “Anker”, mit dessen Hilfe sich eine Schola Halt verschafft in melodisch schwierigen Passagen.
Das folgende Melisma auf der Silbe “et” erinnert an die Passage von tuum am Anfang. Die Stellen sind in im Notenbeispiel blau umrahmt.

Der solistisch gesungene Versteil beginnt mit einer eindringlichen tonmalerischen Passage bei Dum clamarem Dominum (ich schrie zum Herrn) wobei beim Wort Dominum die höchsten Töne des Chorals erscheinen. Auch hier weist die Melodie schwierig zu singende Passagen auf mit wechselnden Terz- und Quartsprüngen.

Dem Laien mögen die Tonfolgen durchaus zufällig erscheinen. Doch hin und wieder wird offensichtlich mit welcher Konsequenz der Komponist zusammengehörende Stellen verbindet. Hier grün markiert die Worte clamarem und exaudivit, die teils identische Tonfolgen aufweisen. Auf der einen Seite das Schreien (clamarem) des Psalmisten zu Gott und das Erhören (exaudivit) dieser Rufe.

Ähnliches ist - gelb umrahmt - zu sehen zwischen enutriet (Er wird mich nähren) und dem appropinquat mihi, (den Feinden)...die sich mir nahen. Beide Stellen haben den gleichen Quintsprung.

Das Schlussmelisma beginnt - für diesen Choral etwas unüblich - mit einer eng geführten Melodie, bei der man meiner Meinung nach unbedingt auf die Bindung zwischen den Tönen achten sollte um eine Kontrast herzustellen mit der letzten Passage, die durch große Sprünge den tonalen Charakter des Chorals noch einmal zu Gehör bringt.

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Mittwoch, 13. Juni 2012

3. Sonntag nach Pfingsten - Introitus: Respice in me


Dominica III post Pentecosten

Introitus (Ps. 24, 16 u. 18)
Schau her auf mich, o Herr,
und hab mit mir Erbarmen;
ich bin so einsam und so arm.
Sieh an mein Elend und mein Leid;
mein Gott, vergib mir alle meine Sünden.
Vers (Ps. 24, 1-2):
Zu Dir erhebe ich meine Seele, o Herr;
mein Gott, auf dich vertraue ich;
darob werde ich nicht erröten.

Zum Anhören des Choral bei St. Rene Goupil bitte HIER klicken.

Der Choral ist das Klagelied eines reuigen Sünders.
Er beginnt mit einer charakteristischen Wendung mit gedehnter erster Note, die sich im Laufe des Gesangs noch zweimal zeigt. Die 3 Stellen sind rot hervorgehoben.
Das erste Mal bei der Bitte an Gott: Respice (Schau auf mich)
Das zweite Mal am Beginn der Klagen – quoniam unicus (ich bin so einsam)
Das dritte Mal am Ende vor dem Vers bei peccata (Sünden), der abschließenden Bitte die Sünden zu vergeben.
Alle Wendungen in denen der Psalmist sein Leid klagt sind melodisch erhöht, während die Bitten an Gott demütig in unteren Tonlagen angesiedelt sind. Deutlich zu sehen bei quoniam unicus et papuer sum ego (ich bin so einsam und so arm.). Es wirkt wie eine tonmalerische Darstellung eines reuigen, nach oben flehenden Beters
Auch die folgenden Stellen humilitatem meam (mein Elend) und laborem meum (mein Leid) sind so komponiert, dass immer da wo der Beter auf sich hinweist bei meam/meum (grün umrandet) die Melodie nach unten geht während humilitatem und laborem weiter oben angesiedelt sind.
Wenn man die blau umrahmten Stellen, die Aufzählung der Leiden, nacheinander betrachtet, stellt man auch fest dass sie allmählich von der Tonhöhe her immer tiefer werden bevor die Stelle kommt wo Gott um Vergebung gebeten wird. DieseBitte ist dann im unteren Bereich der Tonart angesiedelt und wahrscheinlich der demütigen Haltung des Beters nachempfunden.
Der Schluss des Gesang - Deus meus (mein Gott) erhebt sich nochmal bevor der Choral mit einer Standardwendung schließt.

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Montag, 28. Mai 2012

Live Aufnahmen der Schola St. Michael - Pfingstsonntag NOM

Aus der Messe vom 27.05.2012, 10:45 h in St. Michael Nieder-Ramstadt in der ordentlichen Form des römischen Ritus.

1) Introitus: Spiritus Domini Schola
 
2) Kyrie: GL 518, 8-10; Wechselgesang Schola/Gemeinde
 
3) Zwischengesang: Sende aus deinen Geist + Psalm; Wechsel Schola/Gemeinde

4) Sequenz: Veni Sancte Spiritus; Schola

5) Hymnus: GL 240/241 - Komm heilger Geist der Leben schafft; Wechsel Schola/Gemeinde

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Montag, 21. Mai 2012

Live Aufnahmen der Schola St. Michael - Sonntag nach Himmelfahrt

Dominica post Ascensionem

Aufnahmen der Schola St. Michael aus der Messe am Sonntag nach Himmelfahrt, den 20. Mai 2012 in der Pfarrkirche St. Michael Nieder-Ramstadt, 17:00 h.

1) Zur Weihwasserbesprengung vor der Messe: Das Vidi aquam der Osterzeit.

2) Introitus: Exaudi Domine
Zur Beschreibung des Chorals siehe folgenden Blogeintrag.

3) Die dritte Aufnahme enthält das Alleluia "Regnavit Dominus", das Alleluia "Non vos relinquam" und das von Hochwürden Jolie gesungene Evangelium des Tages.
Bitte HIER klicken.
Zur Beschreibung der Choräle siehe folgenden Blogeintrag.

4) Während der Kommunion im Marienmonat Mai: Ave maris stella

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Live Aufnahmen der Schola St. Michael - Fest des hl. Papstes Cölestinus V.

S. Petri Caelestini Papae, Conf.

19. Mai

Zwei Live Aufnahmen der Schola St. Michael die während der Messe im Rahmen des 98. dt. Katholikentages am 19. Mai 2012, 9:00 h in der Pfarrkirche Maria Hilf in Mannheim gemacht wurden.


1) Introitus: Si diligis
Zur Beschreibung siehe folgenden Blogbeitrag.

2) Die beiden Alleluia in einer Aufnahme: Confiteantur / Tu es Petrus

Zur Beschreibung siehe folgenden Blogbeitrag.

Ein Dank an dieser Stelle an die katholische Bloggerin von Non Draco sit mihi dux, für die Aufnahmeleitung mitten aus dem Kirchenschiff der Maria-Hilf-Kirche :)

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Mittwoch, 16. Mai 2012

Fest des hl. Papstes Cölestinus V. - Alleluia, alleluia

S. Petri Caelestini Papae, Conf.

19. Mai

Alleluia, Alleluia
Lobpreisen sollen sie den Herrn für Sein Erbarmen,
für Seine Wunder an den Menschen.
Alleluia
Du bis Petrus und auf diesem Felsen
will ich Meine Kirche bauen.
Alleluia


Das erste Alleluia ersetzt in der Osterzeit das Graduale in der entspr. Votivmesse. Der Alleluiavers entspricht dem Vers des Graduale.
Danach folgt das Alleluia Tu es Petrus (Du bist Petrus)
(siehe Anweisungen aus dem Graduale Romanum, die ich im screenshot übernommen habe)


Die beiden Alleluia folgen unmittelbar aufeinander. In dieser Konstellation wird anfangs das erste einleitende Alleluia zweimal gesungen, nach dem Vers aber nicht wiederholt.
Das nachfolgende Alleluia wird jeweils nur einmal vor und einmal nach dem Vers gesungen.

Alleluia: Confiteantur


Der Gesang ist identisch mit dem Alleluia "Ostende nobis" des ersten Adventsonntags. Klicken sie bitte hier: Alleluia ostende nobis
Sie finden dort eine ausführliche Beschreibung des Gesanges und eine Aufnahme benediktinischer Mönche. Eine Aufnahme der Schola St. Michael existiert ebenso wie beim folgenden Alleluia Tu es Petrus noch nicht. Das werde ich am 19 Mai 2012 nachholen und in diesem Blog veröffentlichen.

Alleluia: Tu es Petrus
Das Alleluia-Initium ist außergewöhnlich kurz und verzichtet bis auf die letzte Silbe auf Melismen.
Der Jubilus besticht vor allem durch eine Vielzahl von verlängerten Tönen (rot eingekreist), was beim Singen mit der Schola durchaus zu Synchronisations-Problemen führen kann.

Die Schwierigkeit besteht darin, der Schola eine eindeutige rhythmische Basis zu vermitteln, mit dem der Jubilus dann sicher gesungen werden kann. Falls Atemprobleme auftauchen, kann etwa in der Mitte nach der 4. verlängerten Note eine kurze Atempause eingelegt werden. 
Dieser Jubilus hat in der Vielzahl von Alleluiagesängen durch ebendiese rhythmischen Wendungen seinen eigenen Platz und sticht, ansonsten melodiearm, durch eine in dieser Konzentriertheit fremd anmutenden Folge von verlängerten Tönen aus der Fülle der gregorianischen Alleluiagesänge hervor, die vor allem mit reicher Melodik bestechen. 

Der Vers ist einer der bekanntesten aus dem neuen Testament, Die Einsetzungsworte Jesu für seine Kirche und des ersten Papstes. 
Entsprechende melodische Hervorhebung wird den Worten "petram" (Fels) und "aedificabo" (ich werde bauen) zuteil.or allem das aedificabo ist hier lautmalerisch schön beschrieben. Man kann fast hören wie sich auf festem Grund heraus die Kirche des Herrn langsam erhebt zu "Seiner Kirche" - ecclesiam meam. 




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Dienstag, 15. Mai 2012

Fest des hl. Papstes Cölestinus V. - Introitus: Si diligis

S. Petri Caelestini Papae, Conf.

19. Mai

Fest des hl. Papstes Petrus Cölestinus V.,
zugleich Gedächtnis der hl. Pudentiana


Petrus Cölestinus wurde Stifter der Benediktiner Einsiedler auf dem Berg Murone in den Abruzzen, die sich nach seinem Tod Cölestiner nannten.
Mit 79 wurde er zum Papst gewählt, dankte aber ab und zog sich wieder als Einsiedler zurück.
(Quelle: Schott)
Möglicherweise sollte es besser heißen "...und wollte sich wieder als Einsiedler zurückziehen", wenn die Angaben in Wikipedia zu seiner Abdankung stimmen: http://de.wikipedia.org/wiki/Coelestin_V.
Zumindest sagen die Quellen übereinstimmend, dass er bereits zu Lebzeiten als lebendiger heiliger verehrt wurde und dass ihm als Papst ein luxuriöser Kurienprunk zutiefst zuwider war. Getreu seinem eremitischen Leben behielt er seinen bescheidenen Lebensstil auch als Papst bei.

Introitus
Wenn du Mich liebst, Simon Petrus,
weide Meine Lämmer,
weide meine Schafe.
Alleluia, alleluia (österliche Zeit)
Vers:
Lobpreisen will ich Dich, o Herr;
Du nahmst mich auf, Du ließest
meine Feinde nicht triumphieren über mich.


Kleine Fußnote hier: Der Introitus erinnert anfangs an den Introitus "Si iniquitates" des 22. Sonntags nach Pfingsten.

Ein positiv forderndes, aufsteigendes Initium eröffnet den Gesang hinauf zum Tenorton. "Wenn du Mich liebst, Simon Petrus" Der an sich herbe Charackter der phrygischen Tonart ist hier nicht hörbar, zumal der angestammte Tonraum auch einen Ton nach unten verlassen wird.

Es folgt der erste Auftrag "Weide Meine Lämmer" das die Melodie in einem großen Bogen vom Tenorton zum Anfangston zurückführt. 
Erst der zweite Auftrag "Weide Meine Schafe" fürht hin zum typisch phrygischen Halbtonschluss.
Charakteristisch stechen in diesem Abschnitt 3 Quilismen heraus die in kleine Wellen zum Ende hinführen. 


Bleibt noch festzuhalten, dass wir diese Messe zum Fest dieses Papstes singen im Rahmen des 98. dt. Katholikentages in Mannheim. Leider wurden wir zwar eingeladen, aber es war - hm..hm - anscheinend kein Platz mehr im Veranstaltungsheft und in der Datenbank des veranstaltenden Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) um uns dort auch zu erwähnen. Vielleicht weil der gregorianische Choral und die überlieferte Liturgie nicht für "Aufbruch" stehen, sondern eher für Umkehr.  Nicht ganz zufällig ist der Begriff Umkehr im Neuen Testament recht häufig vertreten im Gegensatz zu "Aufbruch".
Jesus und die Apostel ermahnen in Herrenworten, Reden und Briefen jedenfalls häufg zur Umkehr, aber meines Wissens nie zum Aufbruch.




Dienstag, 3. April 2012

Palmsonntag - Live Aufnahmen der Schola St. Michael

Dominica Secunda Passionis Seu In Palmis


An dieser Stelle präsentiere ich die Live-Aufnahmen der Männerschola St. Michael vom Palmsonntag, 1. April 2012, 17:00 h, aus der Pfarrkirche St. Michael in Nieder-Ramstadt.




Aufnahmen

Introitus: Domine ne longe, bitte HIER klicken

Graduale: Tenuisti manum dexteram, bitte HIER klicken

Tractus: Deus, Deus me respice, bitte HIER klicken

Evangelium: Palmsonntag, bitte HIER klicken

Hymnus: Crux fidelis, bitte HIER klicken




Beschreibung der Choräle /Anmerkungen (der link verweist auf die entsprechende Blogseite):

Introitus: Domine ne longe

Graduale: Tenuisti manum dexteram

Tractus: Deus, Deus me respice

Evangelium: Palmsonntag: Das von Hochwürden Jolie feierlich gesungene Evangelium des Palmsonntags (in deutsch)

Hymnus: Crux fidelis: Dieser Aufnahme fehlt leider der Anfang, sie beginnt erst im 1. Vers. Ich hatte ganz schlicht vergessen den Aufnahmeknopf rechtzeitig zu drücken, mich aber trotzdem entschlossen, die Aufnahme hier reinzustellen. Der Hymnus wurde zur Communio gesungen, daher gibt es verständlicherweise vermehrt Hintergrundgeräusche.




Wie es bei Live-Aufnahmen immer passieren kann sind kleinere Unsicherheiten enthalten in den solistisch gesungenen Teilen von Graduale und Tractus, die aber die Schönheit der Choräle und ihren Stellenwert als gesungene Liturgie nicht eintrüben.




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Freitag, 30. März 2012

Palmsonntag - Graduale: Tenuisti

Dominica Secunda Passionis Seu In Palmis

Palmsonntag


Graduale: Tenuisti manum dexteram (Psalm 72, 23; 24, V 1-3)
Du nimmst mich an meiner Rechten,
nach Deinem Ratschluss geleitest Du mich,
mit Ehren nimmst Du mich auf.
Vers:
Wie gütig ist Gott gegen Israel,
wie gütig gegen die Frommen.
Fast wären meine Füße gestrauchelt,
ausgeglitten wären fast meine Schritte!
Denn ich ereiferte mich über die Frevler,
da ich sah, wie wohl es den Sündern erging.




Zum Anhören des Chorals bei ReneGoupil.org bitte HIER klicken.

Der Psalmtext des Graduale ist im Wesentlichen eine Mahnung an das Volk Gottes nicht die falschen Wege des Neids und der Verunglimpfung anderer Menschen, auch der Sünder, zu beschreiten, sondern bei sich selbst zu beginnen um den Weg zum Heil zu finden bei einem helfenden Gott..

Musikalisch verharrt der Choral im ersten teil weitgehend zwischen dem Grund und dem Tenorton.
Lediglich zwei Stellen stechen von der Tonhöhe heraus und beide Male auf dem Wort "me" (mich).
Einmal im "deduxisti me" (Du geleitest mich) und danach im "assumpsisti me" (Du nimmst mich auf)
 


Beide Stellen in denen der Psalmist auf die persönlich wirkende Hilfe Gottes hinweist sind dadurch deutlich hervorgehoben um im gesungenen Gebet darauf hinzuweisen, welcher Hilfe Gott zum Ziel gewährt und - in der Folge - den Versuchungen denen der Gläubige dazu aus dem Weg gehen muss!

Der Vers beginnt mit einem durch ausgedehnte Melismen verzierten Lobpreis auf den Gott Israels.
Quam bonus Deus Israel rectis corde!

Wie gütig ist Gott gegen Israel, wie gütig gegen die Frommen.

Für den folgenden Text "mei autem pene moti sunt pedes" (Fast wären meine Füße gestrauchelt) kann ich jetzt nicht exklusiv andeuten, dass hier auch der Sänger leicht ins Straucheln kommen kann. Das ganze Graduale ist ziemlich schwierig zu singen und bedarf langer und sorgfältiger Vorbereitung.
Ich sags mal so: Wenn der Komponist der Schola und dem Solisten eine Lektion mitgeben wollte bezüglich des Pslamtextes - es ist ihm gelungen!
Der Text deutet aber letztlich darauf hin, worin das Straucheln des Gerechten gründen könnte: Indem er sich bei Gott darüber empört, dass es den Sündern vermeintlich gut ergeht im Leben. Das erinnert mich an die Bibelstelle mit dem Splitter im Auge des Bruders, über den man sich ereifert und dabei den  Balken bei sich selbst übersieht.


So wirkt die musikalische Hervorhebung der Sünden (peccatoribus, peccatorum) wie eine Aufforderung zur Selbstreflexion, nicht über andere zu richten, so wie es z.B. beim Evangelisten Lukas, Kap 6, 37 nachzulesen ist:
Richtet nicht über andere, dann wird Gott auch nicht über euch richten! Verurteilt keinen Menschen, dann wird Gott euch auch nicht verurteilen! Wenn ihr bereit seid, anderen zu vergeben, dann wird Gott auch euch vergeben.

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Donnerstag, 29. März 2012

Palmsonntag - Introitus: Domine ne longe

Dominica Secunda Passionis Seu In Palmis

Palmsonntag

Ich darf hier verweisen auf meinen Beitrag von 2011.

Hinzufügen möchte ich lediglich, dass das allegorische Motiv des Löwen und Einhorns auch im Tractus des Palmsonntags aufgegriffen wird, der HIER beschrieben ist.

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Palmsonntag - Tractus: Deus meus respice

Dominica Secunda Passionis Seu In Palmis

Palmsonntag

Tractus (Ps. 21, 2-9, 18, 19, 22, 24, 32)



Siehe auch "Downloads", bzw HIER




Vers 1:
Gott mein Gott, blicke her auf mich,
warum hast Du mich verlassen?

Eines der Jesusworte am Kreuz, das aus dem Zusammenhang gerissen so oft falsch interpretiert wird als Zweifel an Gott. Es braucht dagegen keine theologischen Kenntnisse, dieses Wort im Laufe dieses Tractus richtig einzuordnen, denn...(Fortsetzung Vers 2)


Vers 2:
Ich klage, doch Deine Hilfe ist fern.

...die Ferne, die Verlassenheit von Gott ist nur scheinbar gegeben. Gewissheit und Zuversicht sind die wirklichen Wurzeln des Gläubigen. 

Vers 3:
Mein Gott, ich rufe am Tag,
und Du hörest mich nicht;
Ich rufe in der Nacht,
doch ich rufe vergebens.

In Vers 3 und Vers 4 ist der gleiche logische Aufbau zu erkennen wie in vers 1 und 2. Wo zunächst scheinbar die Verlassenheit und Gottferne beklagt wird ...(Fortsetzung Vers 4)

Vers 4:
Und wohnest doch in dem Heiligtum,
gepriesen von Israel!

...erschließt sich der tatsächliche Sinn der Worte im abschließenden Nebensatz.

Vers 5:
Auf Dich haben unsere Väter gehofft,
sie hofften, und Du hast sie befreit.

Es erfolgt die Besinnung auf die Wurzeln des auserwählten Volkes und seine Dankbarkeit Gott gegenüber für den glücklichen Exodus aus Ägypten und den Schirm Gottes auf dem Zug durch die Wüste.

Vers 6:
Sie riefen zu Dir und wurden gerettet,
sie vertrauten auf Dich
und sind nicht zuschanden geworden.

Die Zusammenfassung der ersten Verse in der die Gegenüberstellung zwischen vermeintlicher Gottferne und Erlösung hervorgehoben wird: Wie schon nachzulesen beim Propheten Jesaia:  Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.(Jes 53, 4-5)



Vers 7:
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,
der Leute Spott und des Volkes Verachtung.

Hier erfolgt nun der Brückenschlag zur Erlösungstat Jesu Christi, beginnend mit der größtmöglichen Schande der antiken römischen Welt: Der Entehrung und Geißelung, Folter und dem Tod am Kreuz.



Vers 8:
Alle, die mich sehen, sie spotten mein;
ihre Lippen höhnen, und sie schütteln das Haupt:

Zu Vers 8 und 9: Vergleiche die Schilderung des Evangelisten mit den Schmähungen auf Golgotha, als jesus schon am Kreuz hing:  "Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: […] Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz! […] Er hat auf Gott vertraut: der soll ihn jetzt retten, wenn er an ihm Gefallen hat." (Mt 27, 39-43).

Vers 9:
"Er hoffte auf den Herrn, der mag ihn retten;
Er mag ihm helfen, wenn Er ihn liebt."

Vers 10:
Sie schauen her und betrachten mich,
sie teilen unter sich meine Kleider
und werfen das Los um mein Gewand.

Johannes 19, 24: Da sprachen sie untereinander: Laßt uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. (Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da sagt: "Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über meinen Rock das Los geworfen.")

Vers 11:
Befreie mich aus dem Rachen des Löwen,
vor dem Horne des Einhorns rette mich Armen!

Die Rückbesinnung auf den Text des Introitus, die Einordnung der Befreiung vom Bösen im Kontext zwischen Lesung und Evangelium. Das Verderben und die Finsternis wird hier allegorisch dargestellt mit den Bildern des Löwen und des Einhorns (Allegorie: Bildhafte Darstellung eines abstrakten Begriffs, vgl, die Darstellung der blinden Justitia mit Waage als Allegorie der Gerechtigkeit). Ein schönes Beispiel dafür, wie der Gläubige im überlieferten gregorianischen Ritus durch Wiederholung und damit Vertiefung die Schriftworte geführt wird. Das ist in dieser Form im nachkonziliaren Ritus nicht möglich, da in der Liturgie des Palmsonntags, nach der Prozession direkt mit der Lesung fortgefahren wird. Der Introitus wurde ersatzlos gestrichen. 

Vers 12: Die ihr fürchtet den Herrn, lobet ihn;
ihr Kinder Jakobs, preiset Ihn all!

Vers 13:
Es kündet sich an vor dem Herrn ein neues Geschlecht;
und die Himmel verkünden Gottes Gerechtigkeit:

Die Verse 13 und 14 verweisen auf den Neuen Bundes, die neue Kirche, besiegelt durch das Blut Jesu Christi.

Vers 14:
Dem Volk, das kommen wird,
dem Volk, das der Herr sich geschaffen.



Ich kann nur staunend vor diesem Tractus stehen, dem Gesang der hinführt zum Evangelium und seit frühchristlicher Zeit die Gläubigen führen soll beim Verstehen der heiligen Schrift.
Der Text dieses Gesangs alleine ist eine vollkommene Komposition aus den Versen des Psalms 21. Er greift in wenigen Worten entscheidende Textstellen auf, die auch von den Evangelisten verwendet wurden zur Kreuzigung auf Golgotha. Der Text geht über den Kreuzestod hinaus. Er spannt einen gewaltigen Bogen mit den Stationen:
- tiefster Verzweiflung (Mein Gott warum hast du mich verlassen),
- Hoffnung (Und wohnest doch in Deinem Heiligtum)
- Demütigung in Marter und Kreuz (Ich aber bin ein Wurm...)
- Hoffnung des Beters auf den Erlöser (Befreiung vor Löwe und Einhorn - den Allegorien von Finsternis, Tod und Verderben)
- Lob auf Gott den Herrn, der seinen einzigen Sohn dahin gab um viele zu erlösen.
- Erlösung und Aufbruch des Volkes des neuen Bundes in der Kirche Gottes.

Man kann diesen Text schnell rezitieren oder man kann sich Zeit nehmen - besser die Zeit vergessen - um diesen Tractus zu singen oder zu hören.
Antike Dichter spielten mit der Zeit ihrer Zuhörer. Homer beschrieb seitenlang nur die Rüstung des Achilles in seiner Ilias. Er wollte dass die Zuhörer "lange weilten" bei seinen Versen. Die "Langeweile" hatte noch keinen negativen Beigeschmack.
Auch der TractusHebdomada sancta, die Heilige Woche, ihnen das Geschehen nochmal vor Augen zu führen mit den Worten des Psalmisten.
Ich halte den Tractus heute für eine Provokation gegenüber aller sonstigen Hektik. Der Tractus ist ein Geschenk der frühen Christenheit, das die Zeiten überdauerte und für den, der sich auf diesen liturgischen Gesang einlässt ganz sicher eine neue Erfahrung.
Bei allem Respekt - ein kurzer Kehrvers und Psalmversen dazwischen wie in der neuen Form des römischen Ritus vorgesehen, kann die Kraft und die Ruhe dieses Gesangs nicht mal angedeutet wiedergeben. Sprachverständlichkeit in der neuen Form ist hier oft das Hauptargument aber das lässt sich mit einer Übersetzung und ausgelegten Texten leicht ausgleichen. Es gibt aber auch ein Verstehen, das über die Sprache hinausreicht und das die katholische Kirche und ihre Gläubigen über 2 Jahrtausende verbunden hat. Diese Art des Verstehens ist überliefert in den ruhigen würdevollen melodischen Wellen dieses Chorals. Der Choral will lange und ruhig verweilen, erhaben voranschreiten, nicht hetzen, denn nur dann kann man diesem Gebet wirklich folgen.

Musikalisch ist der Tractus einfach gehalten. Er beschränkt sich auf wenige Melodiebausteine, die mit geringfügigen Variationen in jedem Vers auftauchen. Es gibt sicher viele Gründe, diesen Gesang nicht weiter verstauben zu lassen. Vor allem aber gibt es kein musikalisches Hindernis in der Form, dass dieser Choral zu schwer zu bewältigen wäre von einer Laienschola und einigen Solisten.
Die Praxis sieht vor, dass nach dem ersten Vers solistisch weiter gesungen wird.
Wir haben uns entschieden auch den Kirchenraum klanglich auszunutzen und die folgenden 12 Verse auf 3 Solisten verteilt an drei verschiedenen Stellen zu singen. Links und rechts aussen auf der Empore 2 Sänger der Schola und als dritten Solisten den zum Altarkreuz ad orientem gerichteten Zelebranten.
Beim Vers 14 setzt dann die Schola wieder ein.

Wie werden die Gläubigen in der Messe den Gesang aufnehmen? Ich weiß es nicht, hoffe aber auf das Verstehen, wie oben beschrieben. Eins aber weiß ich sicher: Wenn man es nicht probiert, wird man es nie herausfinden. Daher ist es notwendig den Tractus dahin zu bringen, wo er seit Alters her vorgesehen war - an seinen Platz in der heiligen Messe.

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Dienstag, 6. März 2012

2. Fastensonntag - Live Aufnahmen der Schola St. Michael

Dominica II In Quadragesima


An dieser Stelle präsentiere ich wieder die Live-Aufnahmen der Männerschola St. Michael vom 2. Fastensonntag, 4. März 2012, 17:00 h, aus der Pfarrkirche St. Michael in Nieder-Ramstadt, in zwei Dateien.

Für den Introitus bitte HIER klicken
Für Graduale - Tractus - Evangelium bitte HIER klicken

Beschreibung der Choräle:

Zum Introitus Reminiscere.

Das Graduale Tribulationes, der Tractus Confitemini, sowie das im Anschluss von Hochwürden Jolie gesungene Evangelium wird als etwa zehnminütige Einheit wiedergegeben. Eine Einheit, die exakt in dieser Form, mit diesen Inhalten, den gesungenen Chorälen und dem gesungenen Evangelium in der überlieferten Form des römischen Ritus konzipiert ist.


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Donnerstag, 1. März 2012

2. Fastensonntag - Tractus:Confitemini

Dominica II In Quadragesima


Tractus (Ps. 105, 1-4)
Preiset den Herrn, denn er ist gut;
denn ewig währt sein Erbarmen.
Vers 1:
Wer mag schildern des herrn gewaltiges Walten;
wer wird künden all Seinen Ruhm?
Vers 2:
Selig, wer das Gesetz befolgt und
allezeit handelt nach Gerechtigkeit.
Vers 3:
Gedenke unser, Herr, bei Deiner Liebe für Dein Volk,
und komm zu ins mit Deinem Heile.

Zum Anhören des chorals bei St. Rene Goupil bitte HIER klicken.

Wie schon im Beitrag zum Graduale “Tribulationes” erwähnt führt der Tractus die Thematik des 2. Fastensonntags weiter; leitet über von den Bitt- und Flehrufen des Graduale über die Lobpreisungen des Psalms 105 zur Verklärung des Herrn auf dem Berg Tabor im Evangelium.

Die Tractus-Choräle sind, wie schon früher erwähnt, die ältesten bis heute überlieferten Gesänge des frühen Christentums (3. - 4. Jh.)und stehen ausnahmslos entweder im zweiten oder im achten Ton. Confitemini Domino ist ein Tractus im zweiten Ton, Hypodorisch.

Was die Tonhöhe der jeweils höchsten Töne der einzelnen Abschnitte betrifft hat dieser Tractus eine Art – ich nenns mal “Makrokonzept”. In den vier Abschnitten, dem Initiumvers und drei weitere Versen, steigen die jeweils höchsten Tone im Verlauf des Chorals dreimal an
Vergleicht man das mit dem textlichen Aufbau, der Auswahl der Psalmverse und der Hinführung zur Verklärung Christi im Evangelium, dann ergeben sich hier erstaunliche Korrelationen, die ich nicht für einen Zufall halte.
Zum besseren Erkennen hier einige kurze Ausschnitte.
Beginn

Vers 1

Vers 2 (hier gleichbleibend)

Vers3



Der Beginn des Chorals erscheint trotz des Textes nicht euphorisch sondern spiegelt eher das gesicherte Vertrauen in den Herrn wieder. Die ersten drei Teile “Confitemini – Domino – quoniam bonus” zeigen eine langsam ansteigende Melodielinie in der die höchsten Töne jedes Abschnitts um exakt eine Tonstufe erhöht sind. (blau markiert). Man könnte hier von einem Mikrokonzept sprechen vor Beginn des ersten Verses

Der Tonumfang bei “quoniam bonus” wird dann bis zum Erreichen des ersten Verses identisch beibehalten. Der für den zweiten Ton so typisch melancholische Charakter soll von der Schola in flüssig gesungenen Figuren gesungen werden. Die im Choral an mehreren Stellen auftauchenden syllabischen Repetitionen (rot eingekreist) auf einem Ton behandle ich wie verlängerte Auftakte, die schwungvoll weiterführen zu den hier noch bescheidenen Melismen. Der Scholapart ist hier zunächst zu Ende. Die Verse eines Tractus werden traditionell entweder solistisch, oder nur von einem kleinen Teil der Schola gesungen.

Vers 1:
Wer mag schildern des Herrn gewaltiges Walten;
wer wird künden all Seinen Ruhm?
Der erste Vers beginnt direkt mit einem langen Melisma auf “quis loquetur” (Wer mag schildern).
Prägend ist hier die viermal wiederholte Figur aus Punctum und doppelter Clivis (rot umrandet). Den Punctum lasse ich leicht dehnen um die Figur besser hervorzuheben.


Bei “potentias domini” (Walten des Herrn) erfolgt wie als Abgrenzung zum bisherigen Gesang eine Art “Harmoniewechsel” mit Schluss unter dem Grundton.
Interessant ist die melodische Wiederholung bei “auditas faciet” (wörtlich wer bringt zu Gehör). Hier wird die Melodie von des Wortes “saeculum” (ewig oder Ewigkeit) kopiert – ein interessanter Gedankengang, der sich hier auftut. Allerdings wird diese Formel im nächsten Vers gleich nochmal verwendet bei “faciunt justitiam in omni tempore” und im letzten Vers in einer Abwandlung. Man darf sie daher als wiederkehrendes, stilistisches Element verstehen.


Vers 2
Selig, wer das Gesetz befolgt und
allezeit handelt nach Gerechtigkeit.

Bereits im ersten Wort “Beati” (glücklich, selig) wird der nächsthöhere Ton eingeführt (Stichwort: Makrokonzept). Der zweite Vers bekommt seinen weiteren melodischen Charakter durch die vermehrte Verwendung von Climacus-Neumen (in Sekundschritten abfallende Dreier und Vierergruppen) die im kommenden Abschnitt im Zentrum der Worte “custodiunt judicium” (die das Gesetz befolgen) auftreten. Das Ende des Verses 2 ist als Element bereits weiter oben beschrieben.

Vers 3
Gedenke unser, Herr, bei Deiner Liebe für Dein Volk,
und komm zu ins mit Deinem Heile.
Memento nostri – Gedenke unser, so beginnt der dritte Vers und führt sich wiederum direkt mit der schon erwähnte tonalen Steigerung ein – in diesem Fall die finale. Das Melisma bewegt sich bis auf das Ende ausgiebig und in sehr engen Rahmen am oberen Ende der Tonskala des 2. Tons. Ein hohes Rufen, das um Erhörung bittet.


Das anschließende “in beneplacito populi” (in Liebe für dein Volk) wirkt hier wie eine Rezitation. Kein Melisma schmückt den Text. Der Komponist will hier maximale Textverständlichkeit.


Das “visita nos” (besuche/komm zu uns) ist wie erwähnt ein Zitat der vorherigen Vers-Schlussstellen, weicht aber melodisch insofern ab, als hier zum letzten Mal der höchste Ton erreicht wird. Die Bestätigung der Erlösung durch den Herrn nach Tod, Auferstehung und Verklärung wird zum Ende hin noch mal mit einem weiten Melisma bei “in salutari tuo” (in deinem Heil) besungen. Hier endet auch der lange solistische Part und die Schola singt gemeinsam das “tuo”.

Es ist sehr beeindruckend mit welcher Akribie, Detailfreude und künstlerischer Meisterschaft dieser uralte Choral komponiert wurde. Natürlich ist es nicht überall möglich diese Choräle in einer messe erklingen zu lassen, aber man vergleiche bitte diesen Reichtum mit den trockenen, spröden Kehrversen, die stattdessen überwiegend gesungen werden.

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