Montag, 30. September 2013

Live Aufnahmen (Recordings) der Schola St. Michael - In Dedicatione S. Michaelis Archangeli

In Dedicatione S. Michaelis Archangeli


Aus der Messe vom 29. September 2013 in der Pfarrkirche St. Michael Nieder-Ramstadt.
Zum Weihefest des hl. Erzengels Michael.

Introitus: Benedicite Dominum (Siehe auch "Downloads")

Graduale: Benedicite Dominum (Siehe auch "Downloads")

Alleluja: Sancte Michael Archangele (Siehe auch "Downloads")

Hymnus zur Communio: Te Deum laudamus (Tonus solemnis) (Siehe auch "Downloads")

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Predigt von Hochwürden Pater Clemens Maria Pieper:  

Mitglied des Deutschen Ordens (http://www.deutscher-orden.de).

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Freitag, 27. September 2013

29. September, S. Michaelis Archangeli - Alleluja Sancte Michael Archangele

In Dedicatione S. Michaelis Archangeli

29. September

Alleluja

Alleluja, alleluja
Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampf,
auf dass wir nicht zu Grunde gehen
im schrecklichen Gerichte.

Aufnahme folgt


Das Alleluia "Sancte Michael" besticht durch seinen herbe, außergewöhnliche Melodie im Jubilus, die hervorgerufen wird durch seine kompositorische Architektur rund um die Tritonusspannung im Mittelteil in den absteigenden Melodieläufen über Quint- und Quartdistanzen. Ich habe den Jubilus hier auf einer Linie angeordnet um die Dreiteiligkeit (Michael=Wer ist wie Gott) und melodische Architektur besser herausheben zu können.


Blau umrandet: Identischer Beginn im 1. und 3. Teil. Umrahmung des Mittelteils, durch um einen Ton erhöhten, aber ähnlich klingenden Auftakt von teil 2, sowie eine Art Umkehrung am Ende von Teil 2.

Rot umrandet: Melodisch nahezu identischer Schluss von Teil 1 und 3.

Orange/Grün: Die Mittelläufe die die rot umrandeten Teile mit ihren Anfangstönen umspielen, Orange einen Ton höher beginnend, Grün einen Ton tiefer.

Im solistisch gesungenen Versteil tauchen diese Teile in leicht abgewandelter Form wieder auf.
"Sancte Michael" beginnt thematisch wie das Alleluja mit der authentisch klingenden Quarte zum Grundton hin.


Die Läufe in "Archangele" und "proelio" erinnern an den Mittelteil des Jubilus.




Der Mittelpunkt des Gesangs und auch die zentrale, tröstliche Aussage des Psalmtextes (auf dass wir nicht zu Grunde gehen) ist deutlich hervorgehoben durch die aufeinanderfolgenden Quinten bei "ut non".


Das "schreckliche Gericht" (in tremendo judicio) hören wir das dritte Mal die Anfangsquarte des "Alleluia" und des "Sancte Michael". Das Schlussmelisma auf Judicio ist wie bei so vielen Alleluia identisch mit dem Jubilus.



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Donnerstag, 26. September 2013

29. September, S. Michaelis Archangeli - Graduale Benedicite Dominum

In Dedicatione S. Michaelis Archangeli

29. September

Graduale (Ps. 102, 20 und 1)

Preiset den Herrn, ihr alle Seine Engel,
ihr Gewaltigen, die ihr Seinen Willen vollzieht.
Vers:
Lobsinge dem Herrn, meine Seele;
alles in mir singe das Lob Seines Namens.

Zur Aufnahme bitte HIER klicken

Das Graduale vertont den gleichen Psalm wie der Introitus, so wie es im Schott auch einführend steht: "Im Introitus und Graduale vereinigen wir uns mit den hll. Engeln zum Lobpreis Gottes."
Konsequenterweise steht auch das Graduale im 3. Ton.

Eine Eigenheit, die in diesem Gesang auffällt, ist das melodische Zitieren des Wortes "ejus", das sowohl am Anfang als auch im Versteil je zweimal vorkommt.
Wie so oft in den kunstvollen Graduale-Kompositionen geht die Tonlage anfangs über den eigentlichen Tonrahmen des 3. Tons hinaus. Der Anfang "Benedicite Dominum" klingt eher dorisch (1. Ton).

Erst bei "omnes Angeli ejus" schwingt sich die Melodie auf zum Tenorton c'' und beendet diesen Abschnitt mit einem Melisma auf "ejus" (Seinen Engeln) wie um zu betonen, dass hier von den Engeln des Herrn die Rede ist.

Die folgende Stelle ist dann im Gegensatz zum Anfang gesanglich sehr anspruchsvoll mit häufigen Terz-,Quart- und Quintsprüngen, die nur mit hoher Konzentration bewältigt werden können.
Besondere Aufmerksamkeit ist beim Übergang auf "qui facitis verbum" verlangt mit 2 ansteigenden Quarten in Folge und am Ende mit dem sehr ungewöhnlich klingenden Quintsprung bei "verbum".


Analog zum vorherigen "ejus" wählte der Komponist auch hier die kunstvolle, melismatische Ausschmückung, wo sich der Text direkt auf den Herrn bezieht.


Dieser Bezug wird auch deutlich beibehalten im solistisch gesungenen Versteil, den ich in vier kompositorische Teile untergliedere.
1) Benedic anima mea Dominum: Auf dem Wort Dominum wiederholt sich zunächst das Melisma des ersten "ejus". Vgl. Bild oben "omnes Angeli ejus"

2) et omnis interiora mea: Wörtlich "und alles in meinem Inneren". Hier, ähnlich wie "potentes virtute..." der gesanglich schwierige Teil durch viele Intervalle.


3) nomen: Melodisch herausgehoben der Name des Herrn. Hier finden wir das längste Melisma dieses Gesangs und auch die höchste tonale Erhebung.


4) sanctum ejus: Das abschließende "ejus", wenn die Schola wieder einsetzt wiederholt die Melodie des zweiten "ejus" aus dem ersten Teil. Textlich gehören "nomen sanctus ejus" natürlich zusammen. Die Trennung habe ich hier nur aufgrund kompositorischer Merkmale vorgenommen, wie sie mir aufgefallen sind.


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29. September - In Dedicatione S. Michaelis Archangeli - Introitus Benedicite Dominum

In Dedicatione S. Michaelis Archangeli

29. September

(Fest der Einweihung der Kirche des hl. Erzengels Michael)

Der hl. Michael ist der Fürst der himmlischen Heerscharen; als Anführer der guten Engel bestand er den Kampf gegen Luzifer und seinen Anhang. Er war zum Beschützer des auserwählten Volkes bestellt (Dan. 10, 13 und 12,1) und wird auch vom Gottesvolk des Neuen Bundes als mächtiger Schirmherr, besonders als ritterlicher Schutzpatron Deutschlands verehrt. Die heilige Kirche ruft ihn namentlich in den Kämpfen mit den Feinden Christi an; er ist Führer und Vorbild der Streiter Christi. Seinen Schutz sind auch die scheidenden Seelen anvertraut. Der Name des Erzengels bedeutet: "Wer ist wie Gott?". Sein Fest möge uns zum Eifer für Gottes Sache, zum tapferen Kriegsdienst für Gott anfeuern.
Die Verehrung des hl. Erzengels Michael ist in der Kirche uralt. Schon Kaiser Konstantin der Große erbaute ihm zu Ehren beim Vorgebirge Hestia am Bosporus eine Kirche.
Das heutige Fest war ursprünglich der Jahrestag der Weihe der St. Michaelskirche an der Via Salaria in Rom.
Im Introitus und Graduale vereinigen wir uns mit den hll. Engeln zum Lobpreis Gottes. In der Oratio gedenken wir aller hll. Engel. Der Engel von dem in der Lesung die Rede ist und der dem hl. Johannes die Geheimnisse des Himmels offenbarte, ist vielleicht der hl. Michael. Das Evangelium wurde wegen des letzten Satzes gewählt: "Die Engel der Kleinen schauen das Antlitz des himmlischen Vaters". Der Engel mit dem Rauchfass neben dem Altar, der im Offertorium erwähnt wird, ist wohl wieder der hl. Erzengel.
(Quelle: Schott)

Die Sprache im Schott mag etwas martialisch klingen, aber als friedliebende Mutter Kirche geht es hier, was den Kriegsdienst betrifft, um geistige und geistliche Schlachten, die bei der Verkündigung des Evangeliums zu schlagen sind.

Introitus (Ps. 102, 20)
Preiset den Herrn, ihr alle Seine Engel,
ihr Gewaltigen, die ihr Seinen Willen vollzieht,
sobald ihr vernehmt Sein gebietendes Wort.
Psalm (Ps. 120, 1)
Lobsinge dem Herrn, meine Seele;
alles in mir singe das Lob Seines heiligen Namens.
Ehre sei...

Eine Tonaufnahme wird nachgeliefert.

Der Introitus steht im für heutige Ohren etwas ungewohnten 3. Ton.
Der generelle Aufbau zeigt einen dreiteiligen Aufbau mit je 2 Melodiephrasen gleichen Charakters.
1) Die Anrufung zu Beginn "Benedicite Dominum omnes Angeli ejus" (Preiset den Herrn ihr alle seine Engel) wird überwiegend vom Rezitationston des 3. Tons dominiert (blauer Kreis).


2) Die Passage "potentes virtute, qui facitis verbum ejus" besteht aus einem sich wiederholenden Melodiemodell bzgl Anfangs- und Schlusston (rot eingekreist) wobei die Schola angehalten ist die Phrasen bis zu den gedehnten Schlusstönen schwungvoll zu singen.


3) Der Schluss des Gesanges "ad audiendam vocem sermonem ejus" führt in zwei Phrasen langsam abwärts zum Grundton wobei der Schlusston jeder Phrase eine Stufe tiefer endet als sie beginnt.Auch die oberen Töne jeder Phrase gehen diesen melodischen Abstieg um eine Tonstufe mit (grün).


Der Introitus ist aufgrund seines einfachen übersichtlichen Aufbaus (3x2) problemlos zu singen. Man sollte lediglich was das Tempo betrifft jede Phrase zügig beginnen und die gedehnten Schlusstöne entsprechend lange klingen lassen.
Das T.P. steht für Tempus Paschale, ist also nur zu singen, falls das Fest in die Osterzeit fallen sollte.

Eine Aufnahme des Chorals in dieser Notation habe ich im Web nicht gefunden.
Aber was es nicht alles gibt, ich habe eineAufnahme gefunden in der u.a. dieser Psalmvers im Stile byzantinischen Chorals von der Libanesin Marilyn Accaoui Leignel vertont und gesungen wurde.

Hörenswert! Klicken Sie bitte auf folgenden Link.
Hier die vertonten Texte:
{102:22} Benedicite Domino omnia opera eius:
in omni loco dominationis eius, benedic anima mea Domino.
بَارِكُوا الرَّبَّ يَا جَمِيعَ أَعْمَالِهِ، فِي كُلِّ مَوَاضِعِ سُلْطَانِهِ.
بَارِكِي يَا نَفْسِيَ الرَّبَّ.
{102:20} Benedicite Domino omnes angeli eius:
potentes virtute, facientes verbum illius, ad audiendam vocem sermonum eius.

بَارِكُوا الرَّبَّ يَا مَلاَئِكَتَهُ الْمُقْتَدِرِينَ قُوَّةً، الْفَاعِلِينَ أَمْرَهُ
عِنْدَ سَمَاعِ صَوْتِ كَلاَمِهِ.
{102:19} Dominus in cælo paravit sedem suam: et regnum ipsius omnibus dominabitur.
اَلرَّبُّ فِي السَّمَاوَاتِ ثَبَّتَ كُرْسِيَّهُ، وَمَمْلَكَتُهُ عَلَى الْكُلِّ تَسُودُ.


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