Donnerstag, 24. November 2011

Introitus: Ad te levavi - Erster Adventssonntag

Dominica Prima Adventus

Die Texte des 1. Adventssonntags weisen auf den Doppelcharakter des Advents hin:
Die Vorbereitung auf Weihnachten als Erinnerung an die erste Ankunft des Heilands in seiner Geburt aus Maria und die Vorbereitung auf seine zweite Ankunft zum letzten Gericht.
(Quelle: Schott)
Die Texte der Messliturgie fordern uns auf mit ganzem Herzen Gott hinzuwenden umbereit zu sein für die zweite Ankunft wie im Evangelium (Luk. 21 25-33) verkündet wird: Wenn nun das alles eintritt, dann schauet auf und erhebet euer Haupt, denn es naht eure Erlösung".
Dieses Aufschauen der Seele ist das Thema des Introitus.

(Psalm 24, 1-3)
Zu dir erhebe ich meine Seele;
mein Gott, auf dich vertraue ich.
Darum werde ich nicht erröten,
noch sollen meine Feinde mich verlachen.
Denn all die vielen, die auf Dich warten,
werden nicht enttäuscht.
Vers:(Ps. 24, 4)
Herr zeige mir Deine Wege
und lehr mich Deine Pfade.


Zum Anhören bei St. Rene Goupil bitte HIER klicken.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch eine andere Webseite vorzustellen.
www.sanctamissa.org, die HIER  eine umfangreiche Sammlung gregorianischer Gesänge im Kirchenjahr anbietet, gesungen von benediktinischen Mönchen aus Sao Paulo. Deren Live-Version des Introitus mit Orgelbegleitung kann man sich HIER anhören.
Leider verzichten beide Versionen auf das Gloria Patri.

Der Gesang steht im 8. Ton und bewegt sich in einem sehr engen Tonraum. Das untere Ende des 8. Tons wird lediglich in einer kurzen Note am Anfang berührt, dem "Ad te levavi".
Die für mich schönste musikalische Stelle folgt mit der Anrufung "Deus meus" und der Versicherung "in te confido" (auf dich vertraue ich), die fast demütig bittend klingt. Dies wird durch die melodische Tritonusspannung erreicht, zwischen "in te" (Töne unterstrichen) und "confido" (Kreis) mit verlängerter betonter Note.

Die beiden folgenden Stellen sind musikalisch sehr ähnlich. 

Charakteristisch sind die Repetitionen auf der 4. Stufe, die von der Schola ein rhythmisch sauber abgestimmtes Singen verlangen, um nicht "verwischt" zu klingen. Tonbildnerisch interessant ist, dass hier, bei den Aussagen des Psalmisten über sich selbst, am Ende jeder Phrase die Rückkehr zum Grundton steht, wie als Bestätigung des sicheren Fundaments, auf dem der Sänger sich fühlt in seinem Gottvertrauen.

Das "etenim universi, qui te expectant" (Denn all die vielen, die auf Dich warten) lasse ich etwas beschleunigt singen um die Ungeduld auf das Kommen des Erlösers interpretatorisch zu betonen.
Demgegenüber klingt das "non confundentur" ruhig aus mit dem verlängerten Torculus auf dem Grundton.

just my 2 cents...

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